Die Fälle

zur Vorbereitung auf die zweite juristische Staatsprüfung in Niedersachsen.


Zur Vorbereitung auf die öffentlich-rechtlichen Behörden- (VR, W/VR) oder Anwaltsklausuren (VA) im Assessorexamen sind kaum Übungsmaterialien erhältlich, die auf die niedersächsischen Examensanforderungen zugeschnitten sind. Mit den erhältlichen zwei Fallskripten soll versucht werden, auch diese Lücke etwas zu schließen.

 

Die jeweils vier Übungsfälle greifen „klassische“ Examensthematiken bzw. -probleme auf und üben diese im Rahmen von den im Staatsexamen abgeforderten „Arbeitsplatzsimulationen“ im Verwaltungs-, Widerspruchs- sowie im verwaltungsprozessrechtlichen Verfahren aus Behörden- und Anwaltssicht auf Examensniveau ein.

 

Insoweit ergänzen und verfestigen diese exemplarischen Fälle die im Ausbildungsskript „Das Skript zur Vorbereitung auf die zweite juristische Staatsprüfung in Niedersachsen – Grundlagen und Methodik der Fallbearbeitung“ geschaffenen Grundlagen. Das Verständnis für behördliche Abläufe bzw. für eine anwaltliche Arbeitsweise soll durch die Fallübungen ebenso geschärft werden wie der Umgang mit „unbekannten“ öffentlich-rechtlichen Vorschriften.

 

Jeder Übungsklausur ist ein ausführlicher Lösungsvorschlag beigefügt, der nicht als „Musterlösung“ oder als „absolut“ zu verstehen ist. Auch im Staatsexamen wird für eine überdurchschnittliche Leistung nicht erwartet, dass die Fallprobleme in der dargestellten Tiefe behandelt werden. Dieses ist wegen fehlender Fachkommentare naturgemäß nicht möglich. Daher gibt es weder „die richtige“ noch „die falsche“ Lösung. Verlangt wird allerdings, dass die Fallprobleme aufgespürt werden. Dies kann nur dann gelingen, wenn die öffentlich-rechtliche Struktur beherrscht und konsequent angewendet wird. Die Probleme sind mit tragfähigen juristischen und lebensnahen Argumenten, die sich auch aus den Sachverhalten ergeben können, abzuarbeiten. Die „Kommentarfunktion“ des öffentlich-rechtlichen Sachverhalts ist sich zu verdeutlichen. Es ist ein Ergebnis zu erzielen, das von der Methodik und von den Argumenten her überzeugt.

 

Auf die vollständige Ausformulierung der praktischen Entwürfe wurde bewusst verzichtet, da es keinen zwingend zu befolgenden Formulierungsstil gibt - zumal der jeweilige Verfasser seine individuellen Formulierungen verwenden soll. Die Formalien anwaltlicher Schreiben bzw. die verwaltungsüblichen Formalien eines behördlichen Entwurfs müssen ergänzend beherrscht und in der Examensklausur zwingend zu Papier gebracht werden. Die behördlichen Verfügungstechniken sind anzuwenden.

 

Dabei unterscheiden sich Darstellung und Vorgehensweise am Arbeitsplatz oftmals von den in den Fallskripten abgedruckten Entwürfen und damit von dem im Examen abgeforderten praktischen Arbeiten.  Allerdings bin ich davon überzeugt, dass die in den Falllösungen aufgezeigte anwaltliche und verwaltungsübliche Vorgehensweise eine solche ist, die der durchschnittliche niedersächsische Prüfer akzeptieren dürfte.